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Der Bologna-Prozess - Anspruch und Realität

Berlin, 7. April 2011

Auf der Hauptvorstandssitzung des ZBI am 1. April 2011 im Westbügel des Berliner Hauptbahnhofs hat Prof. Michael Geiger, Rektor der Hochschule Magdeburg und ehemaliger Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz über Anspruch und Realität der neuen Abschlüsse gesprochen.

Das Ziel, über gestufte Studienabschlüsse die Absolventen schneller auf den Arbeitsmarkt zu bringen, ist erreicht worden. Die Abbrecherquote ist entgegen einiger nicht repräsentativer Erhebungen gesunken und die Absolven¬ten sind mit den Studiengängen zufrieden, lediglich die hohe Prüfungsdichte wird von ihnen negativ bewertet.

BDI und BDA bescheinigen eine hohe Akzeptanz der neuen Abschlüsse in der deutschen Wirtschaft und damit eine hohe Wertschätzung von Bachelor- wie Masterabsolvent/innen ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge am Arbeitsmarkt.

Der von der TU9, einem Zusammenschluss von neun deut¬schen Technischen Universitäten, geforderten Rückkehr des Diplom-Ingenieurs, erteilte Prof. Geiger eine Absage. Dies sei rückwärtsgewandt und werde auch von Arbeit¬geber¬verbänden und Gewerkschaften abgelehnt.

In einer Diskussion haben sich alle Verbände des ZBI eindeutig zu den neuen Studiengängen bekannt und sich darauf geeinigt, weiter aktiv am Optimierungsprozess der Reform bei Akkreditierung, Mobilität und Durchlässigkeit zu beteiligen.

Hochschulen

Architekturstudiengänge an deutschen Hochschulen
Bauingenieurstudiengänge an deutschen Hochschulen

Vorsicht vor'm Architekturstudium!

www.diearchitekten.org

Die Architektenkammer Rheinland-Pfalz stellt fest, dass sich angesichts eines gesunkenen Niveaus der Bautätigkeit wie auch einer unverhältnismäßig großen Zahl von Studenten der Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung die Diskrepanz zwischen Arbeitsplatzchancen und Berufszugang verstärkt. Dies jedenfalls belege die derzeitige Beschäftigungssituation.

Die Architektenkammer rät Schülern, die vor dem Abitur stehen, ihre Berufswahl in Richtung gestalterisch-planerischer Berufe sorgfältig zu analysieren, Neigung und Begabung einer eingehenden Überprüfung zu unterziehen. Die Tätigkeit als Architekt sowohl bei Entwurf und Konstruktion wie auch im Baumanagement fasziniert verständlicherweise viele junge Menschen. Die Studiengänge an Fachhochschule und Technischer Universität bereiten auf vielfältige Tätigkeitsfelder in Planungsbüros wie auch in der Bau- und Immobilienwirtschaft vor. Schwerpunkte der Architektentätigkeit in den verschiedenen Fachrichtungen konzentrieren sich künftig immer mehr auf Bauen im Bestand, auf die Umgestaltung von Innenstädten sowie die Umwidmung ehemals militärischer und industrieller Brachflächen zu Stadtentwicklungsbereichen.

Die Architektenkammer Rheinland-Pfalz empfiehlt angesichts der Arbeitsplatz- und Beschäftigungslage daher Abiturienten, die sich mit der Aufnahme eines Architekturstudiums befassen, sich vertieft über Tätigkeitsspektrum und Tätigkeitschancen im Bereich der gestalterisch-planerischen Berufe zu orientieren und Studienalternativen ernsthaft zu prüfen. Auch geht die Architektenkammer Rheinland-Pfalz davon aus, dass die Anzahl der Studienplätze zumindest in Rheinland-Pfalz in den betreffenden Fachrichtungen weiter überprüft und reduziert werden. Demgemäß sei zu fordern, dass freiwerdende Mittel zugunsten zukunftsorientierter Lerninhalte wie auch einer intensivierten Ausbildungsbetreuung eingesetzt werden.

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Referent Hochschule

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